Die häufigen, harmlosen Ursachen
Zu wenig Gleitmittel steht mit Abstand an erster Stelle, gefolgt von Anspannung und einem Tempo, das nicht passt. Alle drei lassen sich in der Situation beheben, wenn man sie benennt.
Gleitmittel ist dabei kein Eingeständnis, sondern Ausstattung. Der natürliche Zustand schwankt mit Zyklus, Medikamenten, Stress und Tageszeit – das hat mit Erregung oft weniger zu tun, als angenommen wird.
- Mehr Gleitmittel, auf Wasserbasis
- Langsamer und mit mehr Vorlauf
- Position wechseln, damit der Winkel passt
- Unterbrechen, statt durchzuhalten
Wann ärztliche Abklärung nötig ist
Bei wiederkehrenden oder anhaltenden Schmerzen. In Frage kommen Infektionen, Hauterkrankungen, Endometriose, Verkrampfungen der Beckenbodenmuskulatur und hormonelle Ursachen – alles behandelbar, aber nichts, was von selbst weggeht.
Auch Brennen nach dem Sex, wiederkehrende Blasenentzündungen und Blutungen gehören abgeklärt. Der Weg führt über die gynäkologische oder urologische Praxis; bei Beschwerden zahlt die Kasse.
Es ansprechen
In der Situation genügt ein Wort: „warte“, „stopp“, „langsamer“. Wer ein Safeword vereinbart hat, benutzt es – dafür ist es da, und niemand muss dafür eine Erklärung liefern.
Danach lohnt ein kurzes Gespräch. Was gutgeht und was nicht, ist keine Bewertung des anderen, sondern eine Information, ohne die es beim nächsten Mal genauso läuft.
Wenn die Äußerung übergangen wurde
Weiterzumachen, obwohl jemand Schmerz signalisiert, ist keine Ungeschicklichkeit, sondern eine Grenzverletzung. Wer das erlebt hat, sollte es ernst nehmen und den Kontakt beenden.
Wiederholt sich so etwas oder wirkt es nach, sind Beratungsstellen der richtige Ort. Sie sind kostenlos, arbeiten anonym und drängen zu nichts.