Die vier Bausteine
Erstens Barrieren: Kondome und Lecktücher, die weiterhin die einzige Methode sind, die gegen mehrere Infektionen gleichzeitig wirkt. Zweitens medikamentöse Prophylaxe gegen HIV. Drittens regelmäßige Tests, weil viele Infektionen ohne Beschwerden verlaufen. Viertens Impfungen gegen HPV und Hepatitis.
Keiner der vier ersetzt die anderen vollständig. Eine wirksame HIV-Prophylaxe schützt nicht vor Gonorrhoe, und Kondome schützen nur begrenzt vor Erregern, die über Hautkontakt übertragen werden.
- Kondome und Lecktücher
- PrEP, wenn ein erhöhtes Risiko besteht
- Tests je nach Kontaktlage, mindestens einmal jährlich
- Impfungen gegen HPV und Hepatitis A/B
Was Kondome leisten
Sie senken das Risiko für HIV, Gonorrhoe, Chlamydien und Syphilis erheblich. Bei Erregern, die über Haut- und Schleimhautkontakt übertragen werden – Herpes, HPV, Filzläuse –, ist der Schutz teilweise, weil nicht alle Kontaktflächen bedeckt sind.
Der häufigste Fehler ist nicht das Reißen, sondern das späte Anziehen. Ein Kondom, das erst kurz vor dem Ende benutzt wird, schützt für die Zeit davor nicht.
Was ohne Beschwerden verläuft
Chlamydien, Gonorrhoe und Syphilis verlaufen häufig ohne Symptome, HIV nach der Anfangsphase über Jahre. Wer sich nur bei Beschwerden testen lässt, erfährt einen erheblichen Teil der Infektionen nie – und gibt sie weiter.
Deshalb ist der regelmäßige Test der Baustein, der am meisten Wirkung pro Aufwand bringt. Bei wechselnden Kontakten sind drei- bis sechsmonatige Abstände üblich.
Was zur Situation passt
Bei seltenen Kontakten mit Kondom reicht ein jährlicher Test. Bei häufig wechselnden Kontakten sind kürzere Abstände sinnvoll und eine HIV-Prophylaxe eine ernsthafte Überlegung. Wer in einer festen Konstellation ohne Kondom lebt, ersetzt die Barriere durch Absprachen und Tests – und beides muss dann auch tatsächlich stattfinden.
Diese Einordnung ersetzt keine ärztliche Beratung. Sie hilft aber bei der Frage, worüber man dort sprechen sollte.