Die Anlaufstellen
Gesundheitsämter bieten Beratung und Tests an, häufig anonym und kostenlos oder gegen einen kleinen Beitrag. Daneben gibt es hausärztliche Praxen, gynäkologische und urologische Praxen sowie auf Sexualmedizin spezialisierte Zentren.
Aidshilfen bieten in vielen Städten Schnelltests und Beratung an, ebenfalls anonym. Für Menschen ohne Versicherung sind diese Angebote oft der einzige zugängliche Weg.
- Gesundheitsamt: anonym, günstig, mit Beratung
- Hausarzt oder Fachpraxis: mit Versichertenkarte
- Aidshilfe: Schnelltest und Beratung
- Heimtests: praktisch, aber positive Befunde brauchen Bestätigung
Die Zeitfenster
Nach einem Risikokontakt sind Tests erst nach einer bestimmten Zeit aussagekräftig. Für HIV gilt ein Labortest ab sechs Wochen als sehr zuverlässig, endgültige Sicherheit nach zwölf. Chlamydien und Gonorrhoe lassen sich meist nach ein bis zwei Wochen nachweisen, Syphilis nach etwa drei bis sechs Wochen.
Ein Test unmittelbar danach ist deshalb nur für den Ausgangszustand nützlich. Wer akut ein hohes Risiko hatte, sollte nicht auf den Test warten, sondern innerhalb von Stunden nach einer PEP fragen.
Was getestet werden sollte
Ein sinnvolles Grundpaket umfasst HIV, Syphilis, Chlamydien und Gonorrhoe, dazu je nach Situation Hepatitis B und C. Wichtig ist, alle Kontaktstellen zu testen: Abstriche aus Rachen und Enddarm werden häufig vergessen und sind dort besonders oft ohne Beschwerden.
Auf diese Abstriche muss man in der Regel ausdrücklich hinweisen. Eine Urinprobe allein übersieht einen erheblichen Teil der Infektionen.
Kosten
Bei Beschwerden oder konkretem Verdacht zahlt die Krankenkasse. Tests ohne Anlass werden häufig selbst bezahlt; die Preise liegen je nach Umfang im niedrigen dreistelligen Bereich. Für unter 25-Jährige ist ein Chlamydien-Test für Frauen jährlich kostenfrei.
Gesundheitsämter sind die günstigste Möglichkeit und beraten unabhängig davon, ob man versichert ist. Wer regelmäßig testen will, fährt dort am günstigsten.