PrEP: vorbeugend
Die Vorsorge besteht aus einer regelmäßigen Tabletteneinnahme und schützt bei korrekter Anwendung sehr zuverlässig vor einer HIV-Infektion. In Deutschland ist sie seit 2019 Kassenleistung für Menschen mit erhöhtem Risiko.
Sie erfordert eine ärztliche Begleitung mit Tests im Abstand von etwa drei Monaten. Vor gonorrhoealen und anderen Infektionen schützt sie nicht – Kondome und Tests bleiben deshalb Teil des Gesamtbilds.
PEP: nach einem Risiko
Die Notfallbehandlung wird nach einem möglichen Kontakt begonnen und über vier Wochen eingenommen. Sie muss so früh wie möglich starten – am besten innerhalb von zwei Stunden, spätestens nach 72 Stunden ist sie sinnlos.
Anlaufstellen sind Notaufnahmen, HIV-Schwerpunktpraxen und Infektionsambulanzen. Am Wochenende und nachts ist die Notaufnahme der richtige Weg; man sollte auf die Eilbedürftigkeit ausdrücklich hinweisen.
- Sofort, nicht am nächsten Tag
- Notaufnahme, Schwerpunktpraxis oder Infektionsambulanz
- Innerhalb von 72 Stunden, besser in den ersten Stunden
- Vier Wochen Einnahme, mit Nachkontrollen
Wann welches
Die Vorsorge lohnt bei häufig wechselnden Kontakten ohne durchgängigen Kondomgebrauch, bei einem Partner mit HIV ohne wirksame Therapie und in weiteren Konstellationen, die ärztlich eingeordnet werden.
Die Notfallbehandlung ist für den Einzelfall: geplatztes Kondom, ungeschützter Kontakt mit unbekanntem Status, sexualisierte Gewalt. Sie ist kein Ersatz für regelmäßigen Schutz, aber im Ernstfall entscheidend.
Kosten und Zugang
Die Vorsorge übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für Menschen mit erhöhtem Risiko einschließlich der Kontrolluntersuchungen. Die Notfallbehandlung wird nach einem Risikokontakt ebenfalls übernommen.
Wer nicht versichert ist, sollte trotzdem eine Notaufnahme aufsuchen – die Frist ist wichtiger als die Kostenfrage, und Aidshilfen helfen bei der Klärung im Anschluss.