Warum ein eigenes Wort
In manchen Situationen sind „nein“ und „hör auf“ nicht eindeutig, weil sie zum Spiel gehören können. Ein Wort, das dort nicht hineinpasst – Ampel, ein Städtename, irgendetwas Alltagsfremdes –, ist unmissverständlich.
Der zweite Nutzen ist psychologisch: Wer weiß, dass ein einziges Wort alles beendet, kann sich weiter einlassen. Das Safeword erweitert also den Spielraum, statt ihn einzuschränken.
Das Ampelsystem
Am verbreitetsten sind drei Stufen: Grün heißt weiter, Gelb heißt langsamer oder ändern, Rot heißt sofort aufhören. Der mittlere Wert ist der eigentliche Gewinn – er ermöglicht eine Korrektur, ohne alles zu beenden.
Auf Rot folgt keine Diskussion, keine Nachfrage und kein Weitermachen in abgeschwächter Form. Wer das nicht einhält, hat das Safeword unbrauchbar gemacht, und zwar dauerhaft.
- Grün: weiter so
- Gelb: langsamer, ändern, kurz sprechen
- Rot: sofort und vollständig aufhören
- Nach Rot: nachsehen, ob es der Person gut geht
Wenn Sprechen nicht möglich ist
Bei Knebeln oder in Situationen, in denen jemand nicht sprechen kann, braucht es ein nonverbales Zeichen: einen Gegenstand in der Hand, der fallen gelassen wird, dreimaliges Klopfen, ein festgelegtes Handzeichen.
Diese Zeichen müssen vorher besprochen und einmal ausprobiert worden sein. Ein Zeichen, das in der Situation zum ersten Mal verwendet wird, wird häufig übersehen.
Nach dem Abbruch
Ein Safeword zu benutzen ist kein Scheitern. Es gehört dazu, und die richtige Reaktion darauf ist Zuwendung: aufhören, zudecken, da sein, später fragen, was los war.
Die Nachbesprechung gehört zum selben Vorgang. Nicht sofort, aber am selben oder nächsten Tag – sie ist der Teil, der aus einem abgebrochenen Abend eine Erfahrung macht, aus der beide etwas mitnehmen.