Warum ein Gesicht
Ein erkennbares Gesicht als erstes Bild ist der einzige zuverlässige Hinweis darauf, dass hinter einem Profil ein bestimmter Mensch steht. Deshalb ist es hier Voraussetzung dafür, in der Übersicht zu erscheinen – nicht aus Prüderie, sondern weil Profile ohne Gesicht die Hauptquelle für Täuschung sind.
Alles Weitere ist eine eigene Entscheidung. Was nach dem ersten Bild kommt, kann so freizügig sein, wie man möchte, und lässt sich auf Wunsch als privat markieren, sodass es nur nach ausdrücklicher Freigabe sichtbar wird.
Was im Hintergrund nichts zu suchen hat
Bevor ein Bild hochgeht, lohnt ein Blick auf alles außer der Person: Briefe auf dem Tisch, Kennzeichen, Hausnummern, Firmenkleidung, der markante Blick aus dem Fenster. Solche Details reichen regelmäßig aus, um eine Adresse einzugrenzen.
Auch die Datei selbst kann mehr verraten als gedacht. Aufnahmeort und Zeitpunkt stecken oft in den Metadaten; beim Hochladen werden sie hier entfernt, bei einem per Messenger verschickten Bild in der Regel nicht.
- Dokumente, Briefe, Pakete aus dem Bild nehmen
- Kennzeichen und Hausnummern prüfen
- Arbeitskleidung mit Firmenlogo vermeiden
- Bekannte auf Gruppenbildern vorher fragen
Die Reihenfolge der weiteren Bilder
Bewährt hat sich: zuerst ein Porträt, dann ein Ganzkörperbild, dann ein Bild aus dem Alltag. Diese drei beantworten die Fragen, die sonst im Chat gestellt werden – und sie ersparen die unangenehme Situation, dass beim Treffen jemand anders vor einem steht als erwartet.
Gruppenbilder eignen sich schlecht als erstes Foto, weil niemand weiß, welche Person gemeint ist. Als drittes oder viertes Bild sind sie unproblematisch, sofern die anderen Abgebildeten einverstanden sind.
Aktuell heißt aktuell
Ein Bild aus besseren Zeiten ist die häufigste kleine Unehrlichkeit auf Kontaktplattformen und der häufigste Grund für Enttäuschung beim ersten Treffen. Wer sich seit dem Foto sichtbar verändert hat, sollte es austauschen – das kostet zehn Minuten und erspart einen verkorksten Abend.
Starke Bearbeitung wirkt in dieselbe Richtung. Filter, die Gesichtszüge verändern, fallen spätestens persönlich auf, und sie erzeugen genau das Misstrauen, das man mit einem guten Bild eigentlich abbauen wollte.