Zuerst
An einen sicheren Ort gehen und jemanden anrufen. Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist unter 116 016 rund um die Uhr, kostenlos und in vielen Sprachen erreichbar; für alle Geschlechter gibt es weitere Angebote. Bei akuter Gefahr ist die 110 richtig.
Ärztliche Versorgung ist unabhängig von jeder Entscheidung über eine Anzeige möglich. Wichtig ist, dass sie zeitnah erfolgt – manche Maßnahmen wirken nur in den ersten Stunden.
Was zeitkritisch ist
Eine HIV-Postexpositionsprophylaxe muss innerhalb von 24 bis maximal 72 Stunden begonnen werden, je früher desto besser. Die Notfallverhütung wirkt ebenfalls nur wenige Tage, und auch hier gilt: je eher, desto zuverlässiger.
Spuren lassen sich in vielen Kliniken vertraulich sichern – ohne dass eine Anzeige erstattet werden muss. Die Befunde werden dann für Jahre aufbewahrt, sodass die Entscheidung über eine Anzeige später und in Ruhe getroffen werden kann.
- Nicht duschen und Kleidung nicht waschen, wenn Spurensicherung in Frage kommt
- Vertrauliche Spurensicherung in einer Klinik erfragen
- PEP innerhalb von 72 Stunden, Notfallverhütung so früh wie möglich
- Nachrichten, Profil und Verlauf als Bildschirmfoto sichern
Anzeige – oder nicht
Eine Anzeige ist möglich, aber nicht verpflichtend, und es gibt keine Frist, die in den ersten Tagen abläuft. Wer unsicher ist, sichert Beweise und entscheidet später; die vertrauliche Spurensicherung ist genau dafür gedacht.
Beratungsstellen begleiten diesen Weg kostenlos und ergebnisoffen. Sie drängen weder zur Anzeige noch davon ab und helfen auch bei der Frage, was eine Anzeige praktisch bedeutet.
Auf der Plattform
Blockieren beendet den Kontakt sofort und ohne Benachrichtigung. Melden ist der zweite, wichtigere Schritt: Nur so kann die Moderation eingreifen, und nur so erfährt sie, wenn dieselbe Person mehrfach auffällt.
Vor dem Blockieren gehören Bildschirmfotos gesichert – danach ist der Verlauf für beide Seiten nicht mehr sichtbar. Für eine Anzeige sind diese Belege oft der einzige greifbare Anhaltspunkt.