Lustnah
Grenzen

Wenn eine Grenze verletzt wurde

Zuerst das eigene Wohl, dann alles andere. In dieser Reihenfolge.

Was nach einem Übergriff hilft, hängt davon ab, was passiert ist und was die betroffene Person will. Es gibt keinen richtigen Weg – aber es gibt Schritte, die später nicht mehr möglich sind, und die sollte man kennen.

01

Zuerst

An einen sicheren Ort gehen und jemanden anrufen. Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist unter 116 016 rund um die Uhr, kostenlos und in vielen Sprachen erreichbar; für alle Geschlechter gibt es weitere Angebote. Bei akuter Gefahr ist die 110 richtig.

Ärztliche Versorgung ist unabhängig von jeder Entscheidung über eine Anzeige möglich. Wichtig ist, dass sie zeitnah erfolgt – manche Maßnahmen wirken nur in den ersten Stunden.

02

Was zeitkritisch ist

Eine HIV-Postexpositionsprophylaxe muss innerhalb von 24 bis maximal 72 Stunden begonnen werden, je früher desto besser. Die Notfallverhütung wirkt ebenfalls nur wenige Tage, und auch hier gilt: je eher, desto zuverlässiger.

Spuren lassen sich in vielen Kliniken vertraulich sichern – ohne dass eine Anzeige erstattet werden muss. Die Befunde werden dann für Jahre aufbewahrt, sodass die Entscheidung über eine Anzeige später und in Ruhe getroffen werden kann.

  • Nicht duschen und Kleidung nicht waschen, wenn Spurensicherung in Frage kommt
  • Vertrauliche Spurensicherung in einer Klinik erfragen
  • PEP innerhalb von 72 Stunden, Notfallverhütung so früh wie möglich
  • Nachrichten, Profil und Verlauf als Bildschirmfoto sichern
03

Anzeige – oder nicht

Eine Anzeige ist möglich, aber nicht verpflichtend, und es gibt keine Frist, die in den ersten Tagen abläuft. Wer unsicher ist, sichert Beweise und entscheidet später; die vertrauliche Spurensicherung ist genau dafür gedacht.

Beratungsstellen begleiten diesen Weg kostenlos und ergebnisoffen. Sie drängen weder zur Anzeige noch davon ab und helfen auch bei der Frage, was eine Anzeige praktisch bedeutet.

04

Auf der Plattform

Blockieren beendet den Kontakt sofort und ohne Benachrichtigung. Melden ist der zweite, wichtigere Schritt: Nur so kann die Moderation eingreifen, und nur so erfährt sie, wenn dieselbe Person mehrfach auffällt.

Vor dem Blockieren gehören Bildschirmfotos gesichert – danach ist der Verlauf für beide Seiten nicht mehr sichtbar. Für eine Anzeige sind diese Belege oft der einzige greifbare Anhaltspunkt.

Häufige Fragen

Kurz und klar beantwortet.

Muss ich Anzeige erstatten?

Nein. Eine vertrauliche Spurensicherung ermöglicht es, die Entscheidung später zu treffen.

Wie lange habe ich Zeit für eine PEP?

Bis zu 72 Stunden, besser innerhalb der ersten Stunden. Notaufnahmen und Schwerpunktpraxen sind die richtige Anlaufstelle.

Wo bekomme ich Hilfe?

Das Hilfetelefon 116 016 ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar. Bei akuter Gefahr die 110.

Nächster Schritt

Erst ansehen. Dann selbst entscheiden.

Öffentliche Profile kannst du sofort öffnen. Für private Nachrichten und ein eigenes Profil ist eine kostenlose Registrierung erforderlich – ohne Abo und jederzeit löschbar.