Was eine Absage ist – und was nicht
Eine Absage ist eine Information, kein Verhandlungsangebot und kein Urteil über die eigene Person. Sie bedeutet nur, dass diese Person dies gerade nicht will.
Nicht dazu gehört die Annahme, ein Nein sei ein „noch nicht“, das man mit Ausdauer in ein Ja verwandeln könne. Diese Vorstellung ist der Kern der meisten unangenehmen Erlebnisse auf Kontaktplattformen.
Die richtige Reaktion
Kurz, freundlich, ohne Nachfrage. „Alles klar, danke für die Rückmeldung“ ist vollständig. Wer noch etwas anfügt – eine Frage nach dem Grund, ein Vorschlag zur Änderung, ein Hinweis darauf, was man alles investiert habe –, macht aus einer Absage einen Konflikt.
Auch die Enttäuschung darf man behalten. Sie ist berechtigt und muss trotzdem nicht mitgeteilt werden, weil sie in dem Moment nichts anderes leistet, als Druck aufzubauen.
- Nicht nach dem Grund fragen
- Nicht anbieten, etwas zu ändern
- Nicht aufzählen, was man investiert hat
- Nicht Wochen später „nur mal nachhören“
Nonverbale Absagen
Nicht jedes Nein wird ausgesprochen. Einsilbige Antworten, Themawechsel, Verzögerung, Erstarren – all das ist eine Antwort. Wer in solchen Situationen weitermacht, hat kein Ja bekommen, sondern nur kein hörbares Nein.
Deshalb ist Nachfragen an dieser Stelle richtig, während es nach einer klaren Absage falsch ist. Der Unterschied liegt darin, ob man Klarheit sucht oder eine Entscheidung kippen will.
Wenn man selbst schlecht damit umgeht
Wer merkt, dass ihn Absagen regelmäßig aus der Fassung bringen, hat ein Problem, das er nicht auf der Plattform lösen wird. Hilfreich ist, die Zahl der gleichzeitigen Kontakte zu verringern – wer alles auf ein Gespräch setzt, erlebt jede Absage als Katastrophe.
Nach einer Absage wütend zu schreiben, ist der schnellste Weg zu einer Sperre. Wer den Impuls kennt, macht es sich leichter, indem er die Unterhaltung schließt, bevor er antwortet.