Die drei Eigenschaften
Erstens: Es sind andere Menschen da. Nicht als Publikum, sondern weil die bloße Anwesenheit anderer die Wahrscheinlichkeit übergriffigen Verhaltens erheblich senkt. Zweitens: Man kann jederzeit gehen, ohne an jemandem vorbeizumüssen oder auf eine Mitfahrgelegenheit angewiesen zu sein.
Drittens: Beide reisen getrennt an. Wer abgeholt wird, gibt die Kontrolle über den Rückweg ab – und genau das ist der Punkt, an dem aus einem unangenehmen Abend ein Problem wird.
- Café, Bar oder Restaurant mit Betrieb
- Ein Spaziergang an einem belebten Ort
- Eigene An- und Abreise, unabhängig voneinander
- Ein Ort, den man selbst kennt, wenn möglich
Warum die Wohnung ein schlechter Anfang ist
Ein Treffen direkt in einer Wohnung setzt voraus, dass man dem anderen bereits vertraut – und dieses Vertrauen kann vorher nicht entstanden sein. Es legt außerdem fest, worum es geht, bevor beide sich gesehen haben, und macht das Aussteigen unnötig schwer.
Wenn ein Treffen ohnehin auf Sex hinauslaufen soll, ändert das die Rechnung weniger, als man denkt: Ein Getränk in einem Lokal davor kostet vierzig Minuten und beantwortet die Frage, ob man das wirklich will, deutlich zuverlässiger als ein Chatverlauf.
Wenn Diskretion nötig ist
Nicht jeder kann sich in der eigenen Stadt in ein Café setzen. Dann funktioniert der Nachbarort besser als eine private Wohnung – oder ein Ort, an dem viele Fremde sind, etwa in der Nähe eines Bahnhofs.
Ein Hotel ist eine legitime Lösung, aber besser als zweiter Schritt. Wer es als ersten wählt, sollte wenigstens die Lobby als Treffpunkt nehmen und nicht direkt das Zimmer.
Den Vorschlag machen
Zwei konkrete Vorschläge sind einfacher zu beantworten als die Frage, wo man sich denn treffen wolle. Wer den Ort vorschlägt, sollte ausdrücklich sagen, dass ein Gegenvorschlag willkommen ist – für die andere Seite ist der eigene Ort oft der sicherere.
Sinnvoll ist außerdem, eine ungefähre Dauer zu nennen. „Ich habe bis acht Zeit“ nimmt einem ersten Treffen den offenen Ausgang und macht es für beide leichter, überhaupt zuzusagen.