Was ein Getränk leistet und was nicht
Ein Glas senkt die Anspannung und macht das Gespräch leichter. Ab dem dritten kippt der Effekt: Die Nervosität ist weg, aber mit ihr die Fähigkeit, Warnzeichen zu bemerken und Entscheidungen zu treffen, zu denen man nüchtern stehen würde.
Für ein erstes Treffen ist deshalb eine Obergrenze sinnvoll, die man sich vorher setzt – nicht im Verlauf des Abends, wenn das Urteil bereits betroffen ist.
Zustimmung und Alkohol
Wer erkennbar stark betrunken ist, kann nicht wirksam zustimmen. Das ist keine moralische Feinheit, sondern die rechtliche Lage: Sexuelle Handlungen an einer Person, die ihren Willen nicht mehr bilden oder äußern kann, sind strafbar.
Praktisch heißt das für beide Seiten: Im Zweifel wird nichts gemacht. Ein Treffen, das sonst gut lief, verträgt eine Verschiebung auf einen anderen Abend problemlos.
Wenn jemand systematisch nachschenkt
Wer wiederholt Getränke bestellt, obwohl abgelehnt wurde, verfolgt damit etwas. Das ist eines der klarsten Warnzeichen überhaupt und ein guter Grund, das Treffen zu beenden.
Ebenso gehört das eigene Glas im Blick behalten – beim Weggehen mitnehmen oder ein neues bestellen. K.-o.-Tropfen sind seltener als befürchtet, aber die Vorsichtsmaßnahme kostet nichts.
- Eigene Obergrenze vor dem Treffen festlegen
- Zwischendurch Wasser, das verlangsamt zuverlässig
- Getränk nicht unbeaufsichtigt stehen lassen
- Bei Nachschenken gegen den Wunsch: gehen
Alkoholfrei ist kein Makel
Nicht zu trinken braucht keine Erklärung – nicht wegen Auto, Medikamenten oder Abstinenz. Wer darauf drängt, dass jemand mittrinkt, hat den Punkt bereits verfehlt.
Für Treffen ganz ohne Alkohol eignen sich Nachmittage besser als Abende. Ein Spaziergang oder ein Kaffee stellt dieselbe Frage und beantwortet sie oft klarer.