HIV: nicht nachweisbar heißt nicht übertragbar
Bei wirksamer Behandlung sinkt die Viruslast unter die Nachweisgrenze. In diesem Zustand ist HIV sexuell nicht übertragbar – das ist durch große Studien gesichert und international anerkannt.
Praktisch heißt das: Sex ohne Kondom ist möglich, auch mit einem Partner ohne HIV. Voraussetzung ist die zuverlässige Einnahme und die regelmäßige Kontrolle der Viruslast.
Herpes und HPV
Herpes ist verbreitet und verläuft in Schüben. Übertragungen finden vor allem während eines Schubs statt; in dieser Zeit sollte man Kontakt an der betroffenen Stelle vermeiden. Zwischen den Schüben ist das Risiko gering, aber nicht null.
HPV klingt bei den meisten Menschen von selbst ab. Bei anhaltendem Nachweis bestimmter Typen sind regelmäßige Kontrollen wichtig – die Infektion selbst ist kein Grund, auf Sex zu verzichten.
Was man sagen muss und was nicht
Eine allgemeine gesetzliche Offenbarungspflicht gibt es nicht. Wer aber weiß, dass er ansteckend ist, und ungeschützten Sex ohne Aufklärung hat, riskiert strafrechtliche Folgen wegen Körperverletzung. Bei nicht nachweisbarer Viruslast entfällt diese Gefahr, weil keine Übertragung möglich ist.
Unabhängig von der Rechtslage gilt: Was den anderen körperlich betreffen kann, gehört vor den Sex zur Sprache. Alles darüber hinaus entscheidet jeder selbst.
- Vor dem Sex ansprechen, was übertragbar ist
- Bei nicht nachweisbarer Viruslast: keine Übertragung
- Kein Anspruch anderer auf die vollständige Krankengeschichte
- Beratungsstellen helfen bei der Formulierung
Der Umgang damit
Die häufigste Belastung nach einer Diagnose ist nicht die Krankheit, sondern die Erwartung von Ablehnung. Beratungsstellen und Aidshilfen bieten dafür Gespräche und den Kontakt zu Menschen in derselben Lage – kostenlos und anonym.
Und für die Gegenseite: Wer eine solche Mitteilung bekommt, hat es mit jemandem zu tun, der ehrlich war. Eine Frage ist die passende Reaktion, Entsetzen nicht.