Fragen, die weiterführen
Fragen nach Fakten – Alter, Beruf, Wohnort – sind schnell erschöpft. Fragen nach Vorlieben, Erfahrungen und Meinungen tragen weiter, weil sie eine Antwort ermöglichen, die man nicht auswendig kennt.
Wirksam ist außerdem, selbst etwas zu geben, bevor man fragt. Wer nur fragt, führt ein Interview; wer zu jeder Frage einen eigenen Satz beisteuert, führt ein Gespräch.
Das Tempo
Nachrichtenlänge und Antwortzeit pendeln sich meist auf das Maß der zurückhaltenderen Seite ein. Wer dreimal so lang schreibt wie sein Gegenüber, erzeugt ein Gefälle, das sich über die Zeit wie Desinteresse anfühlt – auf beiden Seiten.
Ebenso wenig hilft es, sofort auf jede Nachricht zu antworten. Nicht aus Taktik, sondern weil ein Gespräch, das den ganzen Tag läuft, sich innerhalb von zwei Tagen erschöpft.
- Länge und Frequenz ungefähr angleichen
- Zu jeder Frage etwas Eigenes beisteuern
- Nicht mehrere Themen gleichzeitig aufmachen
- Bei Einsilbigkeit nicht mit mehr Text gegensteuern
Wenn es zäh wird
Einsilbige Antworten sind ein Signal, und die falsche Reaktion darauf ist, mehr zu schreiben. Besser ist eine direkte Frage: ob das Interesse noch da ist, oder gleich ein konkreter Vorschlag für ein Treffen.
Beides klärt die Lage in einer Nachricht. Und beides ist besser als ein Gespräch, das über Wochen langsam ausläuft, ohne dass jemand es beendet.
Die Richtung
Ein Chat ist kein Selbstzweck. Wer wochenlang schreibt, ohne dass ein Treffen zur Sprache kommt, sollte fragen, worauf es hinauslaufen soll – für manche ist das Schreiben selbst das Ziel, und auch das darf man wissen.
Als Anhaltspunkt: Nach ein paar Tagen regelmäßigen Schreibens ist ein Vorschlag angemessen. Wer deutlich länger wartet, verliert die Spannung, die den Kontakt getragen hat.