Die Zahlen einordnen
Auf Plattformen mit ungleichem Geschlechterverhältnis bekommen einzelne Profile hunderte Nachrichten pro Woche. Selbst bei bestem Willen kann niemand darauf antworten – die fehlende Antwort ist dann keine Ablehnung, sondern Kapazität.
Eine Antwortquote von zehn bis zwanzig Prozent ist bei sorgfältig geschriebenen Nachrichten realistisch. Wer bei einer Massennachricht auf zwei Prozent kommt, hat das Verfahren, nicht sich selbst zu bewerten.
Was man ändern kann
Drei Hebel wirken, in dieser Reihenfolge: das eigene Profil, der Bezug in der Nachricht, die Auswahl der Angeschriebenen. Der erste ist der stärkste – die meisten prüfen nach einer Nachricht zuerst das Profil des Absenders.
Bei der Auswahl lohnt Ehrlichkeit: Wer ausschließlich Profile anschreibt, die weit außerhalb dessen liegen, was er selbst bietet, bekommt vorhersehbar wenig zurück. Das ist kein Urteil, sondern eine Beobachtung.
- Profil vollständig und mit Foto
- Nachricht mit erkennbarem Bezug
- Weniger Nachrichten, mehr Sorgfalt
- Auch Profile anschreiben, die nicht ganz oben stehen
Nachfassen
Einmal nachfassen ist in Ordnung, nach einigen Tagen, mit etwas Neuem statt einer Wiederholung. Zweimal ist zu viel, und ein Vorwurf über die ausbleibende Antwort beendet die Sache endgültig.
Sinnvoll ist, die Nachricht dabei nicht zur Verhandlung zu machen. „Falls es untergegangen ist“ genügt; alles, was nach Rechenschaft klingt, wird als Druck gelesen.
Die Perspektive der anderen Seite
Wer viele Nachrichten bekommt, entwickelt Abkürzungen: Er liest die ersten Worte, sieht das Profilbild, entscheidet in Sekunden. Das ist unfair und lässt sich nicht ändern – aber es erklärt, warum der Anfang so viel wiegt.
Umgekehrt gilt für die eigene Seite: Wer wenig bekommt, sollte auch selbst antworten, wenn er kein Interesse hat. Eine knappe Absage kostet zehn Sekunden und ist das, was man sich selbst wünscht.