Drei Eigenschaften, auf die es ankommt
Erstens Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, und zwar standardmäßig und nicht nur in einem besonderen Modus. Zweitens, welche Randdaten anfallen: Wer mit wem wie oft schreibt, ist oft aufschlussreicher als der Inhalt. Drittens, ob eine Telefonnummer nötig ist oder ein Nutzername genügt.
Der dritte Punkt entscheidet über Diskretion. Ein Dienst, der ohne Nummer auskommt, verrät der Gegenseite nichts, was über den Kontakt hinausgeht – bei nummernbasierten Diensten ist es umgekehrt.
- Verschlüsselung standardmäßig, nicht optional
- Möglichst wenig Randdaten beim Anbieter
- Nutzername statt Telefonnummer
- Automatisches Löschen von Nachrichten einstellbar
Warum der Wechsel selbst ein Risiko ist
Auf der Plattform gibt es Blockieren, Melden und eine Moderation, die Verläufe im Streitfall einsehen kann. Nach einem Wechsel gibt es nichts davon: Wer dort belästigt, ist nicht zu melden, und Nachweise für eine spätere Beschwerde fehlen.
Deshalb ist die Reihenfolge wichtiger als der Dienst. Erst wenn man einschätzen kann, mit wem man es zu tun hat, lohnt der Wechsel – und keinesfalls, weil jemand darauf drängt.
Drängen auf schnellen Wechsel
Der frühe, hartnäckige Vorschlag, sofort woanders weiterzuschreiben, gehört zum Standardablauf von Betrugsmaschen. Das Ziel ist, aus einem Bereich mit Schutzmechanismen herauszukommen.
Ein einfacher Prüfstein: Wer ehrlich schreibt, hat kein Problem damit, noch ein paar Tage hier zu bleiben. Wer das nicht akzeptiert, hat einen Grund.
Verschwindende Nachrichten und Bildschirmfotos
Selbstlöschende Nachrichten sind nützlich gegen versehentliche Mitleser auf dem Gerät. Gegen jemanden, der bewusst mitschneidet, helfen sie nicht: Ein zweites Telefon fotografiert jeden Bildschirm.
Was man verschickt, sollte man also nicht verschicken, weil eine Funktion es angeblich löscht, sondern weil man der Person vertraut. Das gilt besonders für Bilder.