Die drei Anlässe
Ein Profil gehört überarbeitet, wenn sich etwas an der Lebenssituation geändert hat, wenn die Bilder älter als ein Jahr sind, oder wenn seit Wochen nichts passiert. Alles andere kann bleiben, wie es ist.
Besonders die Verfügbarkeit veraltet schnell. Wer im Sommer „abends meistens frei“ geschrieben hat und im Winter Schichtdienst macht, verabredet sich auf einer falschen Grundlage.
Was zuerst
Die Reihenfolge der Wirkung ist stabil: erst das erste Bild, dann der erste Satz, dann die Angaben, dann der Rest des Textes. Wer nur zehn Minuten Zeit hat, ändert das Bild und den ersten Satz und lässt alles andere stehen.
Bei den Bildern lohnt der Vergleich mit dem Spiegel, nicht mit der Erinnerung. Ein Bild, das noch gefällt, aber nicht mehr stimmt, ist der häufigste Grund für Enttäuschung beim ersten Treffen.
Was ein altes Profil verrät
Leser schließen aus einem unveränderten Profil auf Gleichgültigkeit – oft zu Unrecht, aber verlässlich. Ein Text, der noch von einer Jahreszeit erzählt, die drei Jahre zurückliegt, wirkt wie ein leerstehendes Schaufenster.
Umgekehrt ist ein kürzlich überarbeitetes Profil ein Signal, dass jemand tatsächlich sucht. Genau darauf achten viele beim Durchsehen, ohne es bewusst zu tun.
Was man beim Überarbeiten nicht tun sollte
Nicht alles gleichzeitig ändern. Wer Bilder, Text und Angaben in einem Zug austauscht, weiß hinterher nicht, was gewirkt hat – und stellt möglicherweise etwas ab, das funktioniert hat.
Und nicht in Reaktion auf eine einzelne unangenehme Nachricht umschreiben. Ein Profil an den unfreundlichsten Leser anzupassen, macht es für alle anderen schlechter.